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15.08.2017, 12:11 Uhr

"Einfach mal machen ohne viel nachzudenken."

Erfolgreiche Diskussion über Startups

 

Das war der Tipp des Gründers Kai Teute auf der Veranstaltung der Jungen Union Kreis Pinneberg "Startup-Szene Deutschland- Welche Rolle spielt der Norden?". Teute hat selbst sein erstes Unternehmen mit 22 Jahren gegründet nachdem er eine Banklehre abgeschlossen hatte. Er war danach unter anderem am Verkauf der Online-Plattform Lieferheld beteiligt. Der Gründer appellierte an den Mut und die guten Ideen junger Menschen: "Bevor man viel nachdenkt und die Idee wieder auf die lange Bank schiebt, einfach mal machen. Und wenn man einmal scheitert, lernt man daraus und macht es beim nächsten Mal besser." Der CDU- Bundestagskandidat Michael von Abercron setze auf die eigenen Stärken. So solle jeder seinen Ideen und Vorstellungen folgen und sich ein Team suchen, die einen bei der Verwirklichung unterstützen.

 Diskussionsteilnehmer waren sich aber einig, dass sich noch einiges verändern müsse, wenn sich im Kreis Pinneberg eine größere Startup-Szene etablieren solle. Die Voraussetzungen dafür sind durch gute Hochschulen, die Anbindung zu Hamburg und vergleichsweise geringe Mieten vorhanden. Allerdings fehle eine Bündelung von Kompetenzen und ein gutes Netzwerk, um Investoren, Gründer und Unterstützer an einen Tisch zu bringen.

Ebenfalls Einigkeit bestand in dem Punkt, dass der Bürokratieaufwand auf das Nötigste reduziert werden müsse. Natürlich sollen nur nachhaltige und realistische Ideen einen Förderanspruch bekommen, so Teute. Allerdings könne es nicht sein, dass die Antragstellung über hundert Seiten umfasse. Außerdem würde eine weitergehende Betreuung die nachhaltige Realisierung der Ideen begleiten, um eine Umsetzung und Problemanalyse sicherzustellen.

Von Abercron betonte, dass er sich im Bundestag für eine Stärkung von Startups einsetzen wolle. Dazu gehöre unter anderem auch, dass die steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten für Investoren erleichtert werden sollen. Außerdem strebe er ein Startup-Zentrum im Kreis an.  

Die Nachfragen der Gäste bestätigten das große Potenzial an Gründern im Kreis. So bekräftigte ein Elmshorner, der seit einigen Monaten ein Startup führe, ein gemeinsames Netzwerk würde auch bei anderen Gründern die Attraktivität des Kreis Pinnebergs steigern.

Birte Glißmann, JU- Chefin und Organisatorin resümierte: "Wir müssen das Potenzial des Kreises in diesem Bereich nutzen. Dafür müssen sich alle Beteiligte an einen Tisch setzen. Vor allem aber hat die Veranstaltung einmal mehr gezeigt, dass wir auch an dem gesellschaftlichen Bild des Unternehmers arbeiten müssen. Die Unterstellungen, Selbstständige würden bloß Arbeitnehmer ausbeuten und korrupte Geschäfte betreiben, widerspricht all denjenigen erfolgreichen Arbeitgebern, die ihr Erspartes für eine Gründung aufbringen und täglich dafür sorgen, dass es unserer Gesellschaft so gut geht. Nur mit einem positiven Bild können junge Menschen motiviert werden, selbst Ideen zu verwirklichen."